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Achim Walder

Mobilität für Menschen - Ökomobil in der Zukunft !


Fahrradinitiative Kreuztal -- Hilchenbach 1991 – 1994

Die unzureichenden Radverbindungen und der mangelhafte Zustand vieler Radwege führten 1991 gemeinsam mit Freunden und Bekannten zur Gründung der Fahrradinitiative Kreuztal – Hilchenbach. Ziel war es, auf die bestehenden Defizite aufmerksam zu machen und konkrete Verbesserungen für den Alltagsradverkehr zu erreichen. Achim Walder übernahm die Rolle des Sprechers der Initiative und koordinierte die inhaltliche und organisatorische Arbeit. Zu den ersten Schritten gehörte die systematische Erfassung der Mängel in der Radwegeinfrastruktur beider Städte. Es entstand eine detaillierte Mängelliste mit Fotodokumentationen und Zeichnungen, die Gefahrenstellen, fehlende Verbindungen und unzureichende Abstellmöglichkeiten sichtbar machte. Diese Unterlagen bildeten die Grundlage für Vorträge in Rats- und Verkehrsausschusssitzungen in Kreuztal und Hilchenbach. Ziel war es, sachlich und faktenbasiert auf Handlungsbedarf hinzuweisen. Als konkrete Ergebnisse konnten unter anderem die Markierung von Fahrradspuren in Kreuztal sowie die Einrichtung von Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen in Kreuztal und Hilchenbach erreicht werden. Dennoch zeigte sich schnell, dass Gespräche mit einzelnen Verwaltungsstellen allein nicht ausreichten, um umfassende Verbesserungen umzusetzen. Es bedurfte breiterer Unterstützung und intensiver Öffentlichkeitsarbeit. In Kreuztal engagierten sich daraufhin unter anderem Ortwin Brückel, Rüdiger Belz, Ingo Müller-Kurz, Gudrun Schnasse, Gerd Sorg als Rektor der Hauptschule, Anton Werner, Herbert Perl vom Bürgerfunk sowie Herr Herkelmann von der Stadt Kreuztal. In Hilchenbach unterstützten Hartmut Thomas, Peter Ladda und weitere Mitstreiter die gemeinsame Erstellung und Auswertung der Mängelliste. Achim Walder stellte als Gründer und Sprecher der Initiative die Problemanalyse und Verbesserungsvorschläge in mehreren Rats- und Verkehrsausschusssitzungen vor. Die politischen Reaktionen fielen jedoch zunächst verhalten aus. So äußerte der damalige Bürgermeister von Hilchenbach 1992 sinngemäß, wer als Radfahrer keine Umwege fahren wolle, solle doch das Auto benutzen. Ein weiteres Ratsmitglied stellte die Notwendigkeit von Fahrradständern am Rathaus infrage mit der Bemerkung, jedes Fahrrad habe doch einen eigenen Ständer. Diese Aussagen verdeutlichten, wie gering die Bedeutung des Radverkehrs in der kommunalen Verkehrspolitik jener Zeit eingeschätzt wurde. Gleichwohl legte die Fahrradinitiative durch ihre sachliche Dokumentation, ihre Öffentlichkeitsarbeit und ihr beharrliches Engagement einen wichtigen Grundstein für spätere Verbesserungen im Radverkehr der Region.

1995 wurde die Fahrradinitiative Kreuztal Hilchenbach als ADFC-Ortsgruppe dem ADFC-Siegen eingegliedert.

Dank an alle die sich damals für Verbesserungen eingesetzt hatten. In den letzten Jahren setzte sich bei den Politikern die Einsicht in notwendige Veränderungen durch, so dass einige Forderungen verwirklicht wurden.

Fahrradinitiative Kreuztal -- Hilchenbach
Kreuztaler RadfahrerInnen treffen sich auf dem Roten Platz am Rathaus

Fahrradinitiative Kreuztal -- HilchenbachHilchenbacher RadfahrerInnen an dem Problem des Radwegs zwischen Hilchenbach und Kreuztal, der über ein privat Grundstück führt.

Beispiele von Radwegen in Kreuztal 1991 und 2015

Fahrradinitiative Kreuztal -- Hilchenbach

Fahrradinitiative Kreuztal -- Hilchenbach

Beispiele von Radwegen in Hilchenbach 1991

Fahrradinitiative Kreuztal -- Hilchenbach

Fahrradinitiative Kreuztal -- Hilchenbach

ADFC - Rad fahren in Kreuztal 2015

Wie viele andere Städte verfolgt auch Kreuztal das Ziel, aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes ist die Stärkung des sogenannten Umweltverbundes – also von Fuß- und Radverkehr sowie dem öffentlichen Nahverkehr. Damit verbunden ist der Auftrag, die Nahmobilität für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende sicherer, komfortabler und attraktiver zu gestalten. Zwar gibt es in Kreuztal durchaus positive Ansätze und einzelne gelungene Maßnahmen, doch ein durchgängiges, klar erkennbares Gesamtkonzept für den Radverkehr ist bislang nur in Ansätzen vorhanden. Die besondere Tallage der Stadt erschwert vielerorts die Führung eigenständiger Radwege. Für den Radverkehr bleiben daher häufig nur die Landes- und Bundesstraßen als verbindende Achsen – Straßen, die primär für den motorisierten Verkehr ausgelegt sind und entsprechend hohe Verkehrsbelastungen aufweisen. Entlang der B54 zwischen Krombach und Buschhütten wurden sogenannte Suggestivstreifen eingerichtet, die den Radverkehr optisch berücksichtigen und eine gewisse Orientierung bieten. Diese Maßnahme wurde weitgehend umgesetzt, wenngleich nicht lückenlos. Dennoch ersetzen solche Markierungen keinen baulich getrennten und durchgängig sicheren Radweg, insbesondere bei hohem Verkehrsaufkommen. In Ost-West-Richtung zwischen der Stadtgrenze Hilchenbach und der zentralen Hauptkreuzung zeigt sich die Radwegeführung als uneinheitlich und teilweise unübersichtlich. Abschnitte mit Sonderstreifen wechseln sich mit Radwegen neben dem Gehweg oder mit kombinierten Rad- und Fußwegen ab. An sensiblen Knotenpunkten oder Engstellen fehlt der Radweg stellenweise ganz, sodass Radfahrende unvermittelt in den Mischverkehr ausweichen müssen. Diese fragmentierte Struktur erschwert nicht nur die Orientierung, sondern mindert auch das Sicherheitsgefühl vieler Radfahrender. Gerade für Kinder, ältere Menschen oder weniger geübte Radfahrende stellt dies eine erhebliche Hürde dar. Eine konsequente Weiterentwicklung hin zu einem durchgängigen, klar ausgeschilderten und sicheren Radwegenetz bleibt daher eine wichtige Aufgabe für die zukünftige Verkehrsplanung in Kreuztal.

Weitere Infos in der ADFC Chronik 1990 - 2017


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