VCD NRW Landesverband

VCD NRW Landesverband

Um eine effektive Arbeit zu gewährleisten, wurden im Verkehrsclub Deutschland eine regionale Gliederung zwischen dem VCD-Bundesverband, den VCD-Regionalvereinen und VCD-Kreisvereinen eingeführt. Diese hatte sich in den letzten 30 Jahren gut bewährt und führte zu einer guten Mitgliederbindung sowie der Möglichkeit aktuell auf Themen zur Verkehrspolitik auf Landesebene zu reagieren.
Durch Peter Ladda und Thomas Reincke fand Achim Walder zum VCD und wurde sogleich in einer Versammlung im Kreis Siegen-Wittgenstein von den VCD-Mitgliedern als Delegierter zur VCD NRW Landesdelegiertenversammlung entsandt. Zu den interessanten Themen, die der Landesverband bearbeitete, konnte er sich mit mehreren Wortmeldungen konstruktiv einbringen und wurde in den Landesvorstand gewählt. Wenige Wochen später begann seine Mitgliedschaft im VCD.

Mitgliederbetreuung:
Viele Verkehrsthemen auf kommunaler Ebene können effektiv nur von den VCD-Mitgliedern vor Ort bearbeitet werden. In den 90iger Jahren waren VCD Organisationen jedoch nur in den Städten zu finden. Deshalb gründeten er mit VCDler vor Ort mehrere VCD-Kreisvereine wie VCD-Hochsauerland, VCD-Düren, VCD Minden-Lübbeke, VCD-Siegen-Wittgenstein und Olpe. Leider fanden sich trotz mehrerer Versuche nicht genügend VCD-Aktive für Kreisvereine in den Kreisen Kleve, Emmerich und Soest, sodass bis heute die VCD-Mitglieder dort keine Unterstützung auf der Kreisebene erfahren.

Verkehrsberatung:
In der Politik ist es wie überall, einige Politiker sind beratungsresistent: „Das haben wir schon immer so gemacht. Da könnte ja jeder kommen“. Andere Politiker sehen die kommenden Probleme und wollen sich über Möglichkeiten informieren. Hier haben die Verkehrs- und Umweltverbände BUND, ADFC, VCD und NABU einen wichtigen Informationsauftrag. Einladungen zu Verkehrsausschusssitzungen, Gespräche mit Verkehrsunternehmen und Landespolitikern waren für Achim Walder wichtige Termine, die auch Nachwirkungen zeigten. Besonders ertragreich waren seine Gespräche mit Prof. Dr. Heiner Monheim, Prof. Dr.-Ing Joachim Fiedler, Dr. Karl-Otto Schallaböck und dem Bundestagsabgeordneten Christoph Zöpel, die zu neuen Ideen führten.

Öffentlichkeitsarbeit:
Neben der internen Verbandsarbeit war es Achim Walder genauso wichtig über die ‚Guten Ideen und Beispiele‘ zu berichten. Er lud zu mehreren VCD-NRW Verkehrsforen ein, zum Beispiel zum ITF Integralem Taktfahrplan für NRW, Barrierefreiheit im ÖPNV, Differenzierten Bedinungsformen im ÖPNV. Diese Verkehrsforen wurden in Zusammenarbeit mit ProBahn und ADFC, einigen Referenten durchgeführt. Da ein wesentlicher Teil des heutigen Verkehrs Freizeit- und Urlaubverkehr ist, wurden hierzu zwei VCD-Tourismustage veranstaltet. In Burg an der Wupper konnten die Auswirkung des Tourismus und Verkehrs auf Umwelt und Natur mit Verkehrswissenschaftler Karl-Otto Schallaböck vom Wuppertal-Institut diskutiert wurden. In Essen am Baldeneysee stand der Tourismus ohne Auto im Mittelpunkt. Zu beiden Veranstaltungen wurde öffentlich eingeladen, so dass immer einige neue VCD-Mitglieder gewonnen werden konnten.

Aktion 100 Tage ohne Auto:
100 Tage ohne Auto – eine Aktion zur Nutzung von Rad, Bus und Bahn oder zum zu Fuß gehen. Gemeinsam mit BUND, ADFC und NABU beteiligte sich der VCD-Landesverband an der Planung und Durchführung dieser Aktion. Auch wenn der Titel nach einem Verzicht aussah, ging es doch eher darum, Alternativen zum Autoverkehr zu zeigen.

Interne VCD-Veranstaltungen:
Die Gewinnung von Aktiven war Achim Walder ein großes Anliegen. Dazu gehörte für ihn auch die Weiterbildung im Verein. Er organisierte zwei Wochenendseminar zu Rhetorik, Pressearbeit, Vereinsrecht, usw. und zwei Aktiven-Seminare in Bielefeld und Wuppertal zu den Themen ‚Zukunft des VCD‘ und ‚Wo will der VCD hin‘.

Internet – VCD Homepage:
Seit 2000 ist der VCD-NRW im WWW mit einer eigenen Internetseite vertreten. Sie wurde von Achim Walder eingerichtet und administriert. Er sorgte stets für die Veröffentlichung aktueller Themen und Berichte zu Verkehrsproblemen. Für die Mitglieder betreute er den internen Mailverteiler .

Tourismus und Verkehr:
Gemeinsam mit einigen VCD-Mitglieder erstellte Achim Walder die beiden Reiseführer ’50 Ausflugsziele in NRW mit Bus und Bahn‘ und ‚Sehenswertes NRW – 50 Ausflugsziele Burgen, Schlösser und Altstädte‘. Nach dem Ausverkauf im Buchhandel bietet er jetzt zwei kostenlose PDF-Fassungen für jedermann im Internet an: ’50 Reiseziele in NRW – Rheinland‘, ’50 Reiseziele in NRW – Westfalen‘. Mit verschiedenen Aktiven aus VCD Kreisverbänden wurden Radtouren- und Wandertourenführer für den Buchhandel erstellt:  Mal wieder Radfahren im Romantischen Rheintal, Mal wieder Radfahren im Märkischen Sauerland, Mal wieder wandern in Bonn und Umgebung. Er dankt allen Aktiven, die mit ihrem Wissen zum Gelingen dieser Reiseführer beigetragen haben.

VCD-NRW Verkehrspreis:
VCD-NRW Verkehrspreis 2000 – Informative Fahrplanbücher von Verkehrsunternehmen: Für die Beurteilung von Fahrplanbüchern wurden 50 Verkehrsunternehmen angeschrieben und zur Teilnahme aufgefordert. Die Bücher wurden nach Kriterien beurteilt, die für Fahrgäste wichtig sind. Der VCD-NRW Verkehrspreis 2000 wurde an die Bochumer Verkehrsbetriebe verliehen.
VCD-NRW Verkehrspreis 2001 – Internetseiten von Verkehrsunternehmen: Insgesamt wurden 50 Internetseiten untersucht. Letztlich kamen 33 Seiten in die Bewertung. Es ging in erster Linie um die benutzerfreundliche Anwendungsmöglichkeit. Es zeigten sich viele Schwächen, die nach unserer Bewertung umprogrammiert wurden. Der VCD-Verkehrspreis 2001 ging an die Hamburger Hochbahn.
Beide VCD-Untersuchungen wurden mit den VCD-Mitgliedern Thomas Reincke und Stefan Weh erarbeitet und fanden auch in überregionale Medienbeachtung.

Die Verkehrsunternehmen waren an einer Wiederholung der Untersuchungen im zwei Jahresrhythmus interessiert. Die Ergebnisse sind auf der Internetseite des BiVS nachzulesen.

Dokumentationen:
In der Zeit als Landessprecher erarbeitete Achim Walder zahlreiche Dokumentationen: ‚Anrufsammeltaxi‘, ‚Der Weg zum BürgerBus‘, ‚Sanfter Tourismus‘, ‚Güterverkehr – kombinierter Ladungsverkehr‘, ‚Differenzierten Bedinungsformen im ÖPNV‘, ‚Kreisverkehre erhöhen die Verkehrssicherheit‘, ‚Mobilität von Frauen im ländlichen Raum‘, ‚Die Auswirkungen des Verkehrs auf Umwelt und Natur – Mobilität und ihre Folgen‘, ‚Job- und Firmen-Ticket für den ÖPNV‘, ‚Rural Transport 2000 für die EU Virgil CTA‘, ‚EU InterRec IIIa Bahnreiseführer Zürich Bozen‘ und viele mehr. Er dankt allen, die für diese Dokumentationen Fachbeiträge beigesteuert haben.

Aus der Arbeit im Landesvorstand und den daraus entstanden Kontakten wurden unter seiner Leitung andere Projekte entwickelt oder weiterverfolgt: z.B. Bürgerbusse, Beratung bei Radwegeplanung, Verkehrsberuhigung, Kundeninformationen, Fahrgastbeiräten, usw.

Viele Projekte wie ein ÖPNV-Tagebuch, Informationsfahrten und Besichtigungen oder ein AktivenTreff konnten leider nicht verwirklicht werden.

Fazit aus 20järiger Vorstandsarbeit:
Mit dem VCD lassen sich viel neue Ideen umsetzen. Der VCD ist in vielen Gremien wegen seiner Fachkompetenz ein gefragter Gesprächspartner. In Bezug auf die Mitgliedergewinnung jedoch sind die zum Teil erheblichen Vorbehalte des VCD gegen jeglichen Autoverkehr sehr hinderlich. Es wird leider nicht nach Regionen unterschieden. Es gibt auch in NRW viele, vor allem ländliche Regionen, in denen in den Abendstunden und am Wochenende Mobilität nur mit dem Auto möglich ist. Eine strikte Anti-Auto-Einstellung schreckt viele Bürger dort ab, sich dem VCD als Mitglied anzuschließen und aktiv mitzuarbeiten.

Nach fast 16jähriger Arbeit als Vorstandsmitglied und Sprecher fällt Achim Walder der Abschied 2017 von der aktiven Mitarbeit nicht leicht.

Sein besonderer Dank geht an:
die VCD-Vorstandmitglieder Uwe Maaßen, Iko Tönjes, Jürgen Eichel, Stefan Weh und Thomas Reincke für die langjährige gute Zusammenarbeit, sowie den VCD-Mitgliedern Thomas Marger, Uwe Lüttgen, Dirk Flege, Frank Oppermann, Rolf Mecke, Peter Temps, Georg Deppe, Ralf Bayerlein, Lennart Lüders, Jürgen Gellert und weiteren für die stets anregende Kommunikation.  Ach Dank an die Fachberater Prof. Dr. Heiner Monheim, Prof. Dr.-Ing Joachim Fiedler, Dr. Karl-Otto Schallaböck und andere.